Kaninchenhaltung:

Es hat ein flauschiges Fell, weiche Ohren, schnuppert und mümmelt den ganzen Tag. Kinder möchte  immer mit ihm nur kuscheln: Das Kaninchen. Doch die Mümmelmänner mögen es gar nicht unter dem Bauch gefasst und hochgenommen zu werden. Denn es schnürt ihnen den Magen und andere innere Organe ab. Sie reagieren mit Kratzen und Beißen. Deshalb Vorsicht, bevor Sie ein Tier kaufen, sollten Sie sich ausreichend über dessen Bedürfnisse informieren!

Ein Hauskaninchen ist kein Nager, sondern ein kleines Säugetier und kann bis zu 12 Jahre alt werden. Es braucht etwa zwei Quadratmeter Platz und einen Artgenossen, denn Kaninchen sind nicht gern allein. So ein Tier braucht  täglich Auslauf, notfalls in einem ausklappbaren Gehege in der Wohnung. Überlegen Sie vor dem Kauf, wie wichtig Ihnen Ihre Möbel sind, denn die Kaninchen knabbern gern an Holz, Tapeten und Pflanzen. Haben Sie andere Tiere, die vielleicht nicht mit den Kaninchen harmonieren? Reagieren Sie eventuell allergisch auf Tierhaare, lassen Sie sich vorher testen? Und überlegen Sie, wer das Tier versorgen kann, wenn Sie im Urlaub sind. Sind all diese Fragen geklärt, können Sie sich für dieses Haustier entscheiden. Die neuen Mitbewohner können Sie beim Züchter oder in der Zoohandlung kaufen. Dort erwarten Sie Zwergwidder und Löwenkopfkaninchen in unterschiedlichen Färbungen.  Zwei Weibchen oder zwei Männern zusammen, das kann gut gehen, muss aber nicht. Am besten kommen Geschwister aus einem Wurf zusammen klar. Ansonsten verstehen sich Männchen und Weibchen gut. Natürlich muss der Bock rechtzeitig kastriert werden. Ein Meerschweinchen ist kein geeigneter Ersatz für einen Artgenossen, weil die sozialen Bedürfnisse sich unterschieden. Bevor Sie das Tier nach Hause holen, sollten Sie alles Nötige besorgen.  

Käfig und Zubehör:

Der Käfig sollte etwa 140x70x60 sein. Der Standort sollte so gewählt werden, dass es dort keine Zugluft gibt. Laute Musik und Geräusche vertragen sie nicht. Im Käfig braucht das Kaninchen ein Schlafhäuschen aus Holz, das der Größe des Tieres entspricht. Außerdem gehören zwei Heuraufen hinein: Eine ist für frisches Heu und die andere für Grünfutter. Für das Trinkwasser ist der Wassernapf der Trinkflasche vorzuziehen, damit das Tier sich nicht zum Trinken verrenken muss. Das Wasser sollte täglich erneuert werden. Für Trockenfutter stellen Sie noch einen Futternapf bereit.  Ein Freilaufgehege für drinnen oder draußen sollte ebenfalls angeschafft werden. Die Anschaffung einer Ecktoilette erleichtert die Reinigung des Käfigs. Bitte täglich leeren!

Futter:

Täglich frisches Heu ist besonders wichtig für die Mümmelmänner. Abwechselnd kann Kräuterheu mit Zusätzen wie Löwenzahn, Pfefferminze und Apfel gegeben werden.

Tipp: Wird das einmal nicht gefressen, enthält das Heu vielleicht Schimmelsporen.

Zusätzlich wird Trockenfutter bereit gestellt. Wer sein Tier verwöhnen möchte, sollte nicht nur die Leckerlies aus der Zoohandlung füttern, sondern lieber Grünfutter geben: Petersilie, Gras, Äpfel oder Blumenkohlblätter schmecken dem Kleintier besonders gut. Salzlecksteine  oder Mineralsteine sind nicht nötig für eine gesunde Ernährung.

Tipp: Fragen Sie vor dem Kauf, wie das Kaninchen bisher gefüttert wurde, den Nahrungsumstellung verträgt es häufig nicht.

Einstreu:

Im Fachmarkt gibt es spezielles Kleintierstreu mittlerweile in vielen Variation: Von der Holzsägespäne bei zum Hanfstreu, Stropellets oder Buchengranulat können Sie alles benutzen. Es sollte mehrere Zentimeter dick eingebracht werden und mit einer guten Schicht Stroh abgedeckt werden. Einmal wöchentlich sollten Sie den kompletten Käfig reinigen und die Streu erneuern.

Pflege:

Kaninichenzähne wachsen ständig nach, deshalb muss der Zahnabrieb durch genügend Heu sichergestellt sein. Auch die Krallen befinden sich im ständigen Wachstum, deshalb müssen sie regelmäßig, aber nicht zu kurz geschnitten werden. Die Fellpflege übernimmt das Tier normalerweise selbst, aber es mag gebürstet und gekämmt zu werden. Langhaarige Tiere brauchen noch mehr Zuwendung damit das Fell nicht verfilzt. Bei Verklebung hilft nur noch oder feuchte Lappen oder die Schere. Die Tiere auf keinen Fall duschen.

Tipp: Um das Kaninchen hochzuheben, packen Sie es mit einer Hand am Nackenfell und schieben Sie die andere Hand unter das Gesäß damit es nicht zappeln kann. Nun können Sie das Tier wie ein Baby im Arm tragen. Ganz besonders mag das Kaninchen von der Nase zu den Ohren gestreichelt zu werden. Viel Spaß beim Kuscheln!